Fort Masmak in Riad

Saudi-Arabien: 30 Tage Backpacking

Ich hatte das Glück als einer der ersten Backpacker ein Visum für einen touristischen Aufenthalt in Saudi-Arabien zu bekommen. Wie es dazu kam und was ich 30 Tage im Wüstenkönigreich gemacht habe:

Als ich im November 2018 zu meiner Weltreise aufbreche, hätte ich nie gedacht, mich nur zweieinhalb Monate später in Saudi-Arabien wiederzufinden und dann auch noch einen ganzen Monat in diesem so unbekannten Land zu verbringen. Der einfache Grund, warum ich damit nicht gerechnet habe, ist, dass es bis dato keine traditinellen Touristen-Visa gibt. Die einzige Möglichkeit ohne geschaftlichen Grund einzureisen, war bisher ein Transitvisum.

Edge of the World in Riad, Saudi-Arabien
Edge of the World in Riad

Touristen-Visum für Saudi-Arabien

… gibt es trotz vieler Ankünfigungen in der Vergangenheit bis heute nicht. Aber im Dezember 2018 wurden im Rahmen der Formel E in Riad Visa augegeben, die es erlauben, an ebendiesem Event teilzunehmen. Im Januar 2019 folgte darauf der Supercoppa Italiana in Jeddah. Auch dort waren internationale Gäste gern gesehen. Diese Möglichkeit habe ich genutzt.

Die Ankündigung der Veranstaltungen erfolgte jeweils in nicht zu großem zeitlichen Abstand auf der Sportplatform Sharek. Ein gewisses Maß an Spontanität ist also vorausgesetzt. Ich bin spontan und kaufe mir mein Ticket für das Fußballspiel 10 Tage im Voraus. Im Buchungsprozess für die Fußballkarte wird auch das Visum online beantragt. Neben den Standardfragen nach Namen und Passnummer wird auch die Religion abgefragt und ein Passbild muss hochgeladen werden.

Nachdem ich die Gebühren (100 SAR [23,50 EUR] für das Ticket zzgl. 612,50 SAR [144 EUR] für das Visum) mit Kreditkarte bezahlt habe, erhalte ich mein eVisum innerhalb weniger Minuten per Mail. Das war der wohl unkomplizierteste Visumantrag überhaupt.

Einreise in Saudi-Arabien

Früh gegen 6 Uhr lande ich in Jeddah. Vom Flughafenpersonal denkt jeder, der mich anspricht, dass ich nur zum Transit dort bin. Aber schnell finde ich den Weg zur Passkontrolle. Ich gebe meinen Pass und mein ausgedrucktes eVisum der Grenzbeamtin. Ich werde fotografiert, muss die Abdrücke aller 10 Finger scannen lassen und bekomme einen Stempel in den Reisepass. Es gibt noch ein freundliches „Welcome to Saudi-Arabia“ – und ich bin drin.

Schon allein aufgrund der Tatsache, dass Touristen ein Novum sind, hätte ich ein paar Fragen zu meinen Reiseplänen erwartet. Es gab keine – was auch gut war, da ich zu diesem Zeitpunkt noch mehr als planlos war.

Im Ankunftsbereich wartet schon mein Couchsurfing-Host Mahmoud auf mich. Das soll nur ein erster Einblick in die Gastfreundlichkeit sein.

Wadi Lajab in Jizan Provinz Saudi-Arabien
Wadi Lajab in Jizan Provinz

Meine Backpacking-Reiseroute durch Saudi-Arabien

  • Mekka Provinz
    • Jeddah
    • Taif
    • Wahba Krater
  • Jizan Provinz
    • Jizan Stadt
    • Fayfa
    • Wadi Lajab
    • Farasan Island
  • Asir Provinz
    • Jebel Sawda (Höchster Berg Saudi-Arabiens)
    • Rojal Herritage Village
  • Riad Provinz
    • Riad Stadt
    • Red Desert
    • Edge of the World
  • Tabuk Provinz
    • Tabuk Stadt
    • Wadi Disah
    • Catalina Flugzeugwrack
    • Wadi Tayib Al Ism
    • Al Bad Felsengräber
  • Ha’il Provinz
    • Jubbah Felsenmalereien
  • Eastern Province
    • Hofuf
    • Dammam
    • Al Khobar

Ein Beitrag zu jeder besuchten Provinz ist in Arbeit 😉

Transport auf meiner Saudi-Arabien-Reise

Zwischen den Städten

Die Distanzen zwischen den einzelnen Orten sind leider sehr groß. Daher geht viel Zeit für Fahrten verloren. Deshalb benutze ich oft Nachtbusse. Das staatliche Busunternehmen heißt SAPTCO. Die Tickets lassen sich einfach online buchen, müssen dann aber an in der Station noch ausgedruckt werden. Der vordere Bereich des Busses ist für Familien reserviert.

Schneller geht’s per Zug durch Saudi-Arabien. Es gibt zwei staatliche Betreiberunternehmen, für verschiedene Strecken:

  • Riad – Dammam wird von der SRO betrieben
  • Riad – Ha’il – Al Jawf von der SAR

Noch schneller (und teurer) sind natürlich Flüge. Inlandsverbindungen werden von folgenden Fluglienien angeboten:

Mietwagen in Saudi-Arabien
Ein bisschen Off-Road kann jeder Mietwagen 😉

Innerhalb der Stadt

Hier wird es unschön: Öffentlicher Personennahverkehr ist, wenn überhaupt, nur rudimentär vorhanden. Ein Auto ist ein Muss um innerhalb der Städte von A nach B zu kommen.

Ein Mietwagen lohnt sich, um Ausflüge zu interessanten Orten rund um eine Stadt zu machen. Die meisten lokalen Anbieter vermieten aber kein Auto an Personen ohne saudische Aufenthatsgenehmigung. Der einzige Vermieter, der an 3 verschiedenen Orten ohne weitere Probleme ein Auto herausgegeben hat, war Budget. Das hat selbst ohne internationalen Führerschein geklappt. Der Tankfüllstand wird, anders als in anderen Ländern, bei der Vermietung nicht notiert und die gängige Praxis scheint zu sein, das Auto mit fast leerem Tank zurückzugeben.

Selbst innerhalb kleinerer Städte sind sowohl Careem als auch Uber verfügbar. Ein kurzer Preisvergleich lohnt sich oft. Zum Beispiel gibt es in Careem in Riad eine „Taxi“-Option, die bei mir immer deutlich günstiger als „GO“ war.

Ohne den vielen Farten, die Couchsurfer und deren Freunde mit mir unternehmen, wäre mein Budget allein für den Transport innerhalb von Städten draufgegangen.


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