Kloster in Petra, Jordanien

Petra – vom Hostel schnell zur Felsenstadt

Eine der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeiten im Nahen Osten ist das als „Schatzhaus“ bekannte Felsengrab in Petra (Jordanien). Mit meinem Faible für die Region ist klar, dass auch ich eines Tages dorthin fahren werde. Und dann geht alles ganz schnell: Ende Mai 2016 stehen 11 Tage Jordanien auf dem Plan und Petra lasse ich mir um keinen Preis entgehen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einer Reise nach Petra finden sich unter dem Reisebericht.

Auf geht’s nach Petra

Nach einem ausgiebigen Frühstück in Amman geht es mit dem Mietwagen auf in Richtung Petra. Der Besuch ist für den folgenden Tag geplant, denn die Fahrtzeit von Amman beträgt mindestens 3 Stunden. Auf der Strecke gibt es etliche Sehenswürdigkeiten, die besichtigt werden wollen, weshalb die Strecke von rund 250 km schnell zur Ganztagestour werden kann. Mehr Informationen dazu folgen im Beitrag über Jordanien.

In Petra angekommen, finde ich mein vorab gebuchtes (jetzt aber geschlossenes) Hostel schnell. Für rund 10 Euro pro Nacht im Mehrbettzimmer ist das eine der günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten. Das ist aber auch schon alles, was es über die Unterkunft zu sagen gibt. Empfehlenswert für jeden, der eine günstige Bleibe für ein oder zwei Nächte sucht, wer aber Komfort erwartet, findet verständlicherweise in diesem Preissegment nichts.

Gute Nacht!

Ein heißer Tag

Das Schatzhaus Khazne al-Firaun

Am nächsten Morgen geht es früh mit Kamera und ausreichend Getränken im Gepäck zum Eingang der Felsenstadt. Der befindet sich nur 2 km vom Hostel in der Innenstadt entfernt und ist mit dem Auto innerhalb weniger Minuten erreicht. Bei der Ankunft stelle ich erleichtert fest, dass ein Parkplatz noch komplett leer ist. Beim Einbiegen sehe ich, warum: er kostet Geld. Also fahre ich noch eine kleine Runde, um mich dann auf den gegenüberliegenden, schon gut gefüllten, kostenlosen Parkplatz zu stellen.

Siq – Der Weg zum Schatzhaus Khazne al-Firaun
Siq – Der Weg zum Schatzhaus Khazne al-Firaun

Der Eintritt funktioniert problemlos und schnell mit dem vorab erworbenem Jordanpass. Es ist ca. 9:30 Uhr und schon kurz nach dem Eingang wird mir klar, dass es ziemlich dumm war, ohne Kopfbedeckung einen Tagesausflug in eine Wüstenstadt zu starten. Nach einem relativ kurzem Fußmarsch, auf dem schon erste Felsengräber gesichtet werden können, kommt dann die Erlösung: Der Weg führt weiter durch einen engen Felsspalt (genannt Siq), der keinen Sonnenstrahl direkt auf den Boden fallen lässt. Nach einem Spaziergang von rund 2 km erreicht man das Ziel eines jeden Besuchs in Petra: Das Schatzhaus.

Auch wenn ich sie schon dutzende Male in Fernsehen und Magazinen gesehen habe, bin ich von der riesigen in den Felsen gehauenen Fassade fasziniert. Ebenso aber auch zahlreiche andere Touristen, die allesamt wie ich versuchen, das beste Erinnerungsfoto zu schießen. Bis ich mich sattgesehen habe, vergeht gut eine halbe Stunde.

Schatzhaus Khazne al-Firaun, Petra, Jordanien
Das Schatzhaus Khazne al-Firaun

Auf zum Kloster Ad Deir

Jetzt wird’s ernst. Denn als ich meine Tour fortsetze und um die nächste Ecke biege, eröffnet sich eine immer größer werdende Ebene. Was imposant aussieht, bedeutet für den Rest des Tages einen akuten Mangel an Schatten. Vorbei geht es an einem aus dem Stein gehauenen Theater im römischen Stil. Aus der Ferne werfe ich einen Blick auf die überwältigende Königswand mit ihren Grabtempeln. Später passiere ich eine Säulenstraße und ein Restaurant, um mich schlussendlich am Fuße der Treppe zum Kloster Ad Deir zu wiederzufinden. 800 Stufen. 35 °C. Kein Schatten. Es kann beginnen.

800 Stufen zum Kloster Ad Deir in Petra, Jordanien
800 Stufen zum Kloster Ad Deir – Kein Spaß bei über 35 °C ohne Schatte

Unterwegs kommen mir immer wieder Leute entgegen, die ermunternd sagen, dass es gar nicht mehr so weit sei. Von den Meisten ist es mehr eine Motivation als die Wahrheit. Aber es hilft. Eine gefühlte Ewigkeit später –  ich brauche weit mehr als eine Stunde – komme ich an.

Ähnlich wie beim Schatzhaus handelt es sich beim Kloster um ein Felsengrab mit atemberaubender Fassade. Die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Unterschied zum Felsengrab ist, dass sich hier oben nur wenige Touristen aufhalten. Nach dem „Warum“ muss ich nach dieser Anreise nicht mehr fragen. Das Kloster ist auf dem Titelbild des Beitrages zu sehen.

Bevor ich mich auf den weiten Rückweg zum Ausgang mache, gönne ich mir ein kühles Getränk und ein nicht so leckeres Sandwich im dortigen Imbiss. Nebenbei freue ich mich, dass mein Arbeitsweg etwas weniger beschwerlich ist, als der der Kiosk-Mitarbeiter.

Esel, Pferde und Kamele

Der überall in Petra präsente sehr schlechte Umgang mit Reittieren hat bei mir den Gesamteindruck der beeindruckenden Anlage stark negativ beeinflusst. Obwohl schon im Eingangsbereich Schilder an den gesunden Menschenverstand appellieren, ist es traurig zu sehen, wie vor allem Esel (oder Maultiere) übergewichtige Menschen durch die pralle Sonne und unwegsames Gelände befördern müssen.

Während mit Kamelen noch relativ sorgsam umgegangen wird, werden Esel  mit Stöcken geschlagen, getreten und mit Steinen beworfen, wenn sie nicht so wollen, wie ihre Besitzer.

Ich würde mich sehr freuen, wenn zukünftig noch mehr Leute darüber nachdenken würden, was sie den Tieren dort antun. Schlussendlich sind auch die Besitzer der Tiere nervig-aufdringlich und versuchen immerfort Kunden zu finden. Nein danke!

Petra um keinen Preis verpassen? – Kosten

Das denkt sich wahrscheinlich jeder Jordanien-Besucher, weshalb trotz Eintrittspreisen in Höhe von umgerechnet über 60 Euro pro Person mehr als genug Touristen anzutreffen sind. Tagesbesucher, die nicht in Jordanien übernachten und im Normalfall sicher aus Israel anreisen, zahlen beinahe das Doppelte. Bleibt man für mindestens 4 Tage im Land, lohnt sich in jedem Fall der Kauf des Jordanpass, der neben dem Eintritt für Petra auch noch die Visakosten enthält – aber eben nur, wenn man mindestens 4 Tage im Land bleibt.

Selfie in Petra

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch in Petra einplanen?

Auch wenn weniger als eine Stunde vor Schließung des Parkes am Nachmittag noch etliche Touristen am Schatzhaus ankamen, kann ich diese Art eines Besuches sicher nicht empfehlen. In Petra gibt es so viel mehr zu sehen, als diese eine weltbekannte Sehenswürdigkeit. Der Eintritt zum UNESCO-Weltkulturerbe ist täglich ab 6 Uhr möglich. Im Sommer schließt der Park 18 Uhr, im Winter schon um 16 Uhr.

Aufgrund der extremen Sonne empfehle ich den Besuch so zeitig wie Möglich am Tag zu beginnen. Zusätzlich zum angenehmen Klima ist auch das Licht in den Morgen- und Abendstunden am schönsten. Die Größe des Areals habe ich komplett unterschätzt. Wenn man mit Hitze und weiten Fußwegen zurechtkommt, verbringt man einen kompletten Tag dort – egal, wie früh man angekommen ist.

Alle Sehenswürdigkeiten Petras kann man sicher nur schwer an einem einzigen Tag besichtigen. Wer wirklich interessiert ist, sollte sich gleich ein 2- oder gar 3-Tagesticket zulegen. Pro Tag kostet das nur 5 Dinar (also ca. 6,50 €) mehr. Ich persönlich wäre im Nachhinein betrachtet gern noch einen zweiten Tag geblieben. Eine erste Idee über die benötigte Zeit und den Schwierigkeitsgrad der einzelnen Touren kann man sich auf visitpetra.jo holen. Leider sind die dort beschriebenen Routen aufgrund der fehlenden Karten nicht gut nachvollziehbar. Diese stehen jedoch im Besucherzentrum kostenlos zur Verfügung.

Wie kommt man nach Petra?

Am leichtesten und komfortabelsten ist es mit dem Mietwagen. So hat man die Möglichkeit auch an vielen sehenswerten Orten entlang der Strecke von Amman zu halten. Alternativ fährt für umgerechnet rund 13 Euro täglich um 6:30 Uhr ein Bus von Amman nach Petra. Da man für die Felsenstadt selbst viel Besuchszeit einplanen muss, ist die Anreise am Vortag empfehlenswert.

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