Berge in der Kizan Provinz, Saudi-Arabien

Jizan Provinz: Backpacking in Saudi-Arabien

Ganz im Südwesten Saudi-Arabiens liegt die Stadt Jizan (Jazan, Dschazan), die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. In diese Region führt mich meine erste Erkundungstour, nachdem ich ein paar Tage Jeddah unsicher gemacht habe.

Mobilität rund um Jizan

Wie überall in Saudi-Arabien ist ein Auto unerlässlich um die Region zu erkunden. In Jizan-Stadt finde ich einen Couchsurfer, der mit mir zusammen eine Runde dreht. Für die Umgebung miete ich ein Auto. Während lokale Anbieter nicht Willens sind, ohne saudischen Führerschein ein Auto herauszurücken, gibt es bei Budget kein Problem. Das schlägt inklusive Versicherung und 300km pro Tag mit 150 SAR (35 EUR) zu buche.

Ein Allrad-Fahrzeug würde manche Dinge einfacher machen. Aber es geht auch ohne 😉

Reiseplan für die Jizan Provinz

  • Tag 1:
    • Ankunft mit dem Nachtbus aus Jeddah
    • Anmietung eines Autos
    • Fahrt nach Wadi Lajab
    • Stopp auf dem Jebel Al Aswad
    • Übernachtung in Jizan-Stadt
  • Tag 2:
    • Fahrt nach Fayfa
    • Stopp in Harub
    • Übernachtung in Jizan-Stadt
  • Tag 3:
    • Fährfahrt nach Farasan Island
    • Erkunden der Insel
    • Übernachtung in Farasan-Stadt
  • Tag 4:
    • Fährfahrt zurück nach Jizan-Stadt
    • Rückgabe des Mietwagens
    • Nachtfahrt mit dem Bus nach Riad

Wadi Lajab

Das Wadi Lajab ist eines der spektakulärsten Ausflugsziele in die Natur Saudi-Arabiens. Vor meiner Reise bestand Saudi-Arabien in meiner Vorstellung nur aus Wüste. Wadi Lajab ist aber das komplette Gegenteil: In einer tiefen Schlucht finde ich üppige Vegetation in sattem Grün sowie kristallklares Wasser, das auch zu einer Erfrischung einlädt.

Bis zum Anfang des Wadis (Google Maps) führt eine asphaltierte Straße. An merkierter Stelle befindet sich auch ein Hinweisschild, welches zum Wadi zeigt. Ich fühle mich tollkühn und probiere, wie weit ich mit meinem gemieteten Hyundai Elentra komme. Als die Löcher im Schotter größer werden und der Untergrund nasser wird, entscheide ich mich, zu parken. Mit mehr Mut wäre es aber auch bis zum „Parkplatz“ gegangen. Von dort besteht dann keine Möglichkeit mehr zu fahren.

Wadi Lajab in Jizan Provinz Saudi-Arabien

Für Saudi-Arabien sind erstaunlich viele lokale Touristen unterwegs (bestimmt insgesamt 10 😆 ). Am Parkplatz angekommen stellt sich die Frage, links oder gerade zu gehen. Ich nehme beide Routen, aber der Weg nach links (Google Maps) ist beindruckender.

Da auf dem Rückweg noch Zeit ist, wird noch ein Umweg zum Jebel Al Aswad (Google Maps) eingelegt. Auf dem Weg dahin bieten sich noch einige spaktakuläre Blicke über die gründe Landschaft.

Fayfa Mountains

Fayfa (Google Maps), oder besser gesagt der Weg nach Fayfa, ist landschaftlich beeindruckend. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Lange Spaziergänge, oder gar Wanderungen liegen nicht in der Natur vieler Saudis. Deshalb ist dafür auch kaum Infrastruktur vorhanden. Mehr als eine Runde mit dem Auto zu fahren ist nicht drin. Dafür gibt es so viele verschiedene Ausblicke, die immer wieder zu Stopps einladen. Die unzähligen Paviane sind auch lustig anzusehen 🙂

Weiter geht es nach Harub und dort in den Mount Rahian Park (Google Maps). Von dort gibt es eine schöne Aussicht über die Region. Das ist meiner Meinung nach aber den Umweg nicht wert. Fayfa mit seinen Terassen und alten Türmen ist da wesentlich interessanter.

Farasan Island

Habe ich nicht gerade geschrieben, dass Wadi Lajab die wohl beeindruckenste Natur Saudi-Arabiens bietet!? Vielleicht ist es doch Farasan Island. Ich kann mich nicht entscheiden.

Die Fähre nach Farasan Island

Die gute Nachricht: Die Fähre ist komplett kostenlos, selbst mit dem Auto. Die nicht so gute: Man braucht ein Ticket. Bei meiner Überfahrt im Januar war noch mehr als ausreichend Platz. Ob das in der Ferienzeit im Sommer genau so ist, kann ich nicht sagen.

Die kostenlosen Fahrkarten gibt es unkompliziert am Ticket Center (Google Maps). Um auch noch etwas vom Tag zu haben, nehme ich die Morgenfähre um 6 Uhr. Die Überfahrt dauert etwas über eine Stunde. Wie auf dem Ticket angegeben soll man schon 1,5 Stunden vor Abfahrt am Fährterminal (Google Maps) sein. Daran scheint sich aber, wie zu erwarten, keiner zu halten.

Mangroven-Wald auf Farasan Island, Jizan Provinz, Saudi-Arabien
Mangrovenwald und unangetastete Natur

Farasan Island erkunden

Vor der Abreise habe ich noch Angst, dass 24 Stunden auf einer Insel bestimmt langweilig werden. Dort angekommen, stelle ich dann aber fest, dass auch 3 Tage nicht langweilig wären. Hauptattraktion ist die Natur mit Mangroven-Wäldern und unangetasteten Stränden an türkisfarbenem Meer:

Bis kurz nach einem riesigen – und hässlichen – Fischmonument (Google Maps) führt ein mehrspuriger Highway, der dann apprupt endet. Dort beginnt das Abenteuer. Wieder muss der Hyundai für leichtes Off-Road herhalten. Ein sehr guter Überblick über die Landschafft lässt sich von einem Felsen (Google Maps) aufnehmen. Ein Stück weiter finde ich dann einen richtig großen Mangroven-Wald (Google Maps) mit durzenden Pelikanen. Den letzten Kilometer lege ich zu Fuß zurück, da das Gelände langsam aber sicher zu schwierig wird.

Al Qessar Herritage Village, Farasan Island, Jizan Provinz, Saudi-Arabien
Al Qessar Herritage Village

Sowohl das „Herritage Village“ (Google Maps) als auch das osmanische „Schloss“ (Google Maps) waren ohne Angabe von Öffnungszeiten geschlossen. Das ließ sich aber durch je eine einfache Kletteraktion umgehen 😉

Für den besonderren Gaumenschmaus gönne ich mir übrigens einen frischen Fisch vom Markt (Google Maps). In der ebenfalls dort ansässigen Küche wird dieser innerhalb von 30 bis 60 Minuten verzehrfertig zubereitet.


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