Dalol in der Danakil Depression

Danakil Depression – Äthiopiens Highlight

Wie auf einem anderen Planeten. Anders lässt sich die Danakil Depression mit ihren einzigartigen Strukturen in Dalol oder dem gefährlich rauchenden Schlot des Erta Ale nicht beschreiben. Der Besuch dieser unwirtlichen Gegend ist nur in einem Gruppenausflug möglich. Diesen lassen sich Tour-Betreiber auch gut bezahlen.

Kosten für den Ausflug in die Danakil Depression

Die meisten Touren werden durch ETT (Ethio Tours an Travel) durchgeführt. Nicht etwa, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann, weil der Service besonders gut (oder einfach nur gut) ist; sondern weil es einfach der größte Anbieter mit den günstigsten Preisen ist.

Für die 3-Tage-Tour sind (natürlich je nach Verhandlungsgeschick und Nachfrage) rund 300 USD zu berappen und für die 4 Tage dann eher 350 USD. Ich habe aber auch schon gehört, dass jemand die 3 Tage für nur 250 USD mitgemacht hat. Die Zahlen sind also nur grobe Richtwerte.

Toyota Land Cruiser auf dem Weg in die Danakil Depression
So schön sehen die Straßen nicht immer aus…

Startpunkt Mekele oder doch lieber Aksum

Touren in die Danakil Depressing starten generell in Mekele – so auch meine. Klassischerweise wird der Ausflug deshalb oft auch dort gebucht. Ich aber buche meinen Ausflug in Aksum. Das war nicht geplant. Aber ich habe mich von einem der zahlreichen „Anquatscher“ überreden lassen.

Denn damit habe ich im Paket noch privaten Transport von dort nach Mekele mit einem Stopp bei einer der berühmtesten Felsenkirchen in Tigray: Abuna Yemata Geh. Ich brauche ungefähr eine Woche, bis ich mir den Namen merken kann…

Priester der Abuna Yemata Geh auf halbem Weg zur Kirche
Priester der Abuna Yemata Geh auf halbem Weg nach oben

Am Ende bezahle ich 350 USD für den 3-Tage-Ausflug inklusive Stopp an ebendieser Kirche. Für den selben Preis hätte ich am Ende auch einen Tag mehr bekommen. Drei Tage reichen mir aber.

3 oder 4 Tage in die Danaikil Depression?

Ich entscheide mich für das 3-Tage-Paket, also zwei Nächte unterwegs und bin am Ende froh, die kürzere Variante gewählt zu haben. Ich wollte den Salzsee in Dalol sowie den Vulkan Erta Ale sehen. Beide Punkte werden in beiden Touren angesteuert.

Aus Unterhaltungen mit einigen Leuten des 4-Tage-Ausflugs ergibt sich, dass der am Ende einfach nur mehr in die Länge gezogen wird und es auch nicht viel mehr zu sehen gibt.

3 Tage ohne Toilette und Dusche haben mir vollkommen gereicht 😉

Was gibt’s in der Danakil Depression überhaupt zu sehen?

In der Region, die teilweise tiefer als -100m unter den Meeresspiegel reicht und an der die höchste Jahresdurchschnittstemperatur weltweit herrscht, gibt es zwei Hauptattraktionen:

Dalol

Schon die Anfahrt zu den bizarren schwefelhaltigen Strukturen ist faszinierend. Wir fahren über einen Salzsee, wo wir Kamelkaravanen begegnen, die abgebaute Salzblöcke transportieren.

Salz-Karavane in Dalol

Unsere Gruppe hat das Glück, Dalol zum Sonnenuntergang zu erreichen, was das grün-gelbe Farbenspiel noch interesannter macht.

Sonnenuntergang in Dalol, Danakil Depression

Auf dem Rückweg zum nahegelegenem Camp (wir schlafen im Freien unter dem Sternenhimmel) halten wir noch an einem Loch im Salzsee. Dieses hat einen Durchmesser von vielleicht 3 Metern und lädt zum Baden ein – zumindest diejenigen, denen es nichts ausmacht, für die nächsten 2 Tage mit einer Salzkruste auf der Haut herumzulaufen 😆 Naja, wenigstens eine kleine Dusche aus dem Wasserkanister können die Fahrer schon anbieten. Ich verzichte auf das Erlebnis.

Erta Al

Erta Ale ist ein aktiver Vulkan. Unsere Tour kommt gegen 17 Uhr am Base Camp an und nach dem Sonnenuntergang gibt’s Abendessen. Kurz vor 20 Uhr startet unsere Gruppe die knapp dreistündige Wanderung zum Krater. Dort sollen wir auch die Nacht verbringen. Ein Kamel transportiert Matratzen und Schlafsäcke.

Base Camp mit dem rauchendem Erta Ale im Hintergrund, Danakil Depression
Base Camp mit dem rauchendem Erta Ale im Hintergrund

Schon im Vorfeld wird uns klar, dass aus dem versprochenem Anblick der „kochenden Lava“ im Krater nichts wird. Die aufsteigenden Rauchschwaden sind bei der Anfahrt schon aus weiter Ferne zu sehen.

Einmal angekommen ist es dann aber doch einfach nur faszinierend, nur ungefähr einen Meter vom Kraterrand entfernt zu stehen. Die Dunkelheit der Nacht macht das rote Glühen der Lava sichtbar. Beziehungsweise leuchtet der dichte aufsteigende Rauch rot.

Sonnenaufgang am Krater des Erta Ale in der Danakil Depression
Sonnenaufgang am Vulkankrater

Die Nacht oben am Krater hat bestimmt die gleiche gesundheitsfördernde Wirkung wie 5 Jahre kettenrauchen. Diese verbringen wir nämlich mitten im toxischen Vulkanrauch, der mir für die nächsten Tage einen intensiven Husten beschert

Sicherheit in Danakil

Alle Auslandsvertretungen, bei denen ich nachgesehen habe, raten von Reisen in die Danakil Depression inklusive der Touristenattrationen Dalol und Erta Ale ab – so auch das Auswärtige Amt. Als Grund dafür werden nicht auszuschließende Überfälle in dieser Region genannt.

In Dalol wurden wir von einem privaten und bewaffneten Sicherheitsmann begleited und beim Aufstieg auf den Erta Ale waren ein oder zwei Polizisten bei jeder Gruppe. Jedoch ist es an beiden Orten passiert, dass die Gruppe aufgrund unterschiedlicher Interessen und Gehgeschwindigkeit mehrere hundert Meter auseinandergerissen wurde. Gruppenleitung sowie Polizei scheinen nicht an einem Zusammenbleiben interessiert zu sein, wodurch deren Schutz quasi nicht-existent ist.

Auch wenn es sich um eine der Hauptattraktionen Äthiopiens mit täglichen Reisegruppen handelt, wird es kein Zufall sein, dass Auslandsvertretungen aller Herren Länder gegen diese Ausflüge raten. Dieser Punkt sollte bei der Reiseentscheidung auch eine Rolle spielen.

Aber was erzähle ich … ich war ja trotzdem da – wie so viele Andere.

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