Taxi beim Backpacking in Afghanistan

Backpacking in Afghanistan: Fazit

Naja, die ganze Sache als „Backpacking“ in Afghanistan zu beschreiben, erscheint mir auch irgendwie nicht richtig. Ich war zwar mit dem Rucksack unterwegs und habe mich um viele Sachen wie Visum und Anreise selbst gekümmert, aber vor Ort war ich dann im Rahmen einer privaten Tour. Die dadurch fehlende Freiheit und der mehr oder weniger vorgegebene Zeitplan nehmen das „Backpacker-Feeling“, was die ganz Sache aber selbstverständlich nicht weniger aufregend gemacht hat. Immerhin reden wir von Afghanistan.

Finanzen

Vielleicht hat sich der Ein oder Andere bereits alle vier Artikel über meinen Kurztrip nach Afghanistan durchgelesen und gedacht „Ich will doch nur wissen, was du für den ganzen Spaß bezahlt hast“ 😉 Hier nun die Stunde der Wahrheit und die Zahlen haben es in sich. Meine Gesamtkosten belaufen sich auf 740 USD und unterteilen sich in folgende Posten:

  • 150 USD Visumgebühren
  • 550 USD 3-Tage-Tour (inkl. Fahrer, Führer, Abholung an der Grenze, Unterkunft, Frühstück)
  • 25 USD Mahlzeiten, Souvenirs
  • 15 USD Trinkgeld
Backpacking in Afganistan

Pro und Contra

Das hat mir gefallen …

Dazu fallen mir konkret zwei Punkte ein: Einem Führer, der Erfahrung im Umgang mit Ausländern hat, sind spezielle Sicherheitsbestimmungen und ‑risiken bekannt. Er bemüht sich, mir so viel positive Erfahrungen wir möglich zu bereiten, hat jedoch die Sicherheit immer im Blick.

Desweiteren ist es natürlich sehr komfortabel, sich um nichts kümmern zu müssen. Ich bekam Unterstützung beim Visumantrag in Form eines Empfehlungsschreibens und vor allem musste ich mich nicht um (vertrauenswürdigen) Transport bemühen.

… und das fand ich nicht so gut

Ich selbst fand die Aktivitäten teilweise so angeordnet, damit wir mehr Zeit brauchen und die 3 Tage besser ausgefüllt werden. Besonders auffällig in diesem Zusammenhang war, dass wir einen Tag nach Cholm gefahren sind und einen anderen nach Aybak. Letzteres liegt rund 120 Kilometer von Masar-e Scharif entfernt und ersteres auf genau halber Strecke dahin. Beides hätte sich also schon bestens am ersten Tag miteinander kombinieren lassen, da wir an beiden Orten auch nicht zu lange waren. Am ersten Tag währe dadurch die Blaue Moschee weggefallen, aber dort waren wir auch am zweiten Tag insgesamt 2 Mal. Nur für den dritten Tag hätte es dann halt keine mögliche Aktivität mehr gegeben – daher mein berechtigtes Gefühl, dass die ganze Sachse unnötig in die Länge gezogen wurde.

Wie schon im Artikel zu Tag 2 verlinkt, bin ich im Nachhinein auf diesen englischen Beitrag gestoßen. Die zwei dort waren auf eigene Faust unterwegs und haben so für sagenhafte 20 USD für 5 bis 6 Stunden ein Taxi nach Balch gebucht. Was mich aber mehr stört als der finanzielle Teil, ist, dass sie sich insgesamt auch mehr Sehenswürdigkeiten rund um Balch angeschaut haben.

Der letzte Punkt der mir negativ aufgefallen ist, ist, dass am letzten Tag aus mir unerfindlichen Gründen Stress ausgebrochen ist und ich selbst beim Mittagessen schneller machen sollte. Dabei habe ich mich etwas unwohl gefühlt. Wir lagen mehr als gut im Zeitplan und waren überpünktlich an der Grenze.

Afghanischer Mann in Balch

Eine Tour nach Afghanistan buchen

Meine Entscheidung nach Afghanistan zu reisen, kam sehr spontan. Zuerst fragte ich beim wohl bekanntesten Anbieter für Reisen in ausgefallene Regionen nach. Bei Untamed Borders bekam ich einen Angebot für 650 USD. Der lokale Anbieter Silk Road Afghanistan bot mir exakt das gleiche Paket für 550 USD an.

Nachdem ich einige positive Erfahrungsberichte über Silk Road Afghanistan auf Facebook gelesen habe, entschied ich mich aufgrund des Preisunterschiedes für diese. Der Inhaber ist freundlich, überaus hilfsbereit und stellte mir sogar innerhalb weniger Stunden ein Visa-Support-Brief aus. Bezahlt habe ich den Führer (der übrigens auch mit Untamed Borders arbeitet) bar vor Ort. Mit der Leistung war ich durchaus zufrieden.

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