Tacht-e Rostam Stupa in Samangan, Afghanistan

Afghanistan Tag 3: Buddhismus in Samangan

Der dritte und leider schon letzten Tag des Abstechers nach Afghanistan auf meiner Backpacking-Reise beginnt nach dem Frühstück morgens um 8. Heute verlassen wir das erste Mal die Provinz Balch und machen uns auf nach Samangan. Dort wollen wir eine eine buddhistische Stupa besuchen und danach geht es schon wieder zurück nach Usbekistan.

Der Kabul-Masar-e-Scharif-Highway

Wir machen ins also auf in Richtung Kabul und habe für 120 Kilometer die Möglichkeit, die atemberaubende Landschaft zu genießen. Die zurückgelegte Entfernung entspricht etwas mehr als einem Viertel der Strecke zur afghanischen Hauptstadt.

Bis wir in Aybak, der Provinzhauptstadt Samangans, ankommen, vergehen etwa zwei Stunden.

Kabul Masar-e Scharif Highway
Der Highway zwischen Masar-e Scharif und Kabul

Tacht-e Rostam in Samangan

Buddhistische Stupa

Da sind wir also: An einer archäoligischen Fundstätte aus vorislamischer Zeit mit einem Namen aus der Persischen Mythologie. Tacht-e Rostam (Google Maps) befindet sich direkt neben Aybak, das für eine Provinzhauptstadt doch sehr klein wirkt.

Das besondere an der Stupa ist, dass sie in den Felsen hineingearbeitet ist. Das ist in etwa vergleichbar mit den Felsenkirchen in Lalibela (Äthiopien). Eine sehr wahrscheinliche Erklärung für diese Bauweise ist, dass sie trotz ihrer Größe komplett versteckt vor möglichen Feinden lag.

Buddhistisches Höhlenkloster

Von der Anhöhe der Stupa bietet sich ein herrlicher Blick über das grüne Aybak in sonst wüster unwirtlicher Landschaft. Bemerkenswerter ist jedoch der sandfarbene Hügel, der sich vor der Stadt erhebt. Schon von hier sind verschiedene Höhleneingänge zu erkennen:

Tacht-e Rostam buddhistisches Höhlenkloster, Afghanistan

Beim Betreten werde ich dann nochmals überrascht: Die unförmigen Höhleneingänge führen in verschiedene Räume immenser Größe, die teilweise auch noch verziert sind. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass diese Arbeiten aus dem 4. bis 5. Jahrhundert stammen und nicht einmal durch einen Zaun geschützt sind, ist der Zustand beeindruckend.

Tacht-e Rostam buddhistisches Höhlenkloster, Afghanistan
Im Inneren einer der Höhlen

Zurück nach Usbekistan

Auf zur Grenze

In Aybak essen wir Kebab zu Mittag und mein Führer wird langsam nervös, obwohl erst kurz nach 13 Uhr ist. Warum, erschließt sich mir nicht so ganz. Ich muss also schneller essen. Danach, als wir anhalten, weil sein Vater (der Fahrer) noch eine Melone für uns kaufen möchte und sich mit der Suche nach der Besten etwas Zeit nimmt, das gleiche Spiel.

Kurz nach 15 Uhr sind wir deshalb schon an der Grenze in Hairatan. Ich versuche erfolgreich mir im Auto wieder „normale“ Kleidung anzuziehen und wir essen unsere Honigmelone.

Danach ist Abschied angesagt und es geht zur Grenze. Noch bevor ich zum eigentlichen Grenz- und Zollgebäude passieren kann, gibt’s eine Taschenkontrolle. Der Beamte ist sehr an meiner Medizinsammlung interessiert und weiß nicht so recht, was er darüber denken soll. Er zieht einen Kollegen/Vorgesetzten hinzu und bekommt von diesem direkt verbal eine drübergezogen, dass er mich armen Touristen in Ruhe lassen soll 😆 Das eigentlich störende daran war nur, dass er mir durch das Wiederhinenwerfen der kontrollierten Dinge in den Rucksack beim Packen helfen wollte. Mit diesem Packsystem hätte ich noch einen zweiten Rucksack gleicher Größe benötigt.

Wie schon bei der Einreise gibt es auch in diese Richtung weder in Afghanistan noch Usbekistan irgendwelche Fragen. Der Pass wird auf der Brücke mehrmals kontrolliert und der usbekische Drogenspürhund darf an meinem Gepäck schnüffeln.

Usbekistan: der „nette“ Taxifahrer

Auf der anderen Seite angekommen, soll es also wieder nach Termiz zu meinem Homestay gehen. Da die Stadt rund 20 Kilometer entfernt liegt, ist laufen offensichtlich keine Option und ich verständige mich mit dem einzigen Taxifahrer vor Ort. 100.000 Som (~10 Euro) soll es kosten. Mein Bericht, dass es 2 Tage zuvor in die andere Richtung nur 30.000 Som gekostet hat, wird mit einer Bemerkung über die Benzinpreise quittiert.

Es kommt noch ein weiterer potentieller Fahrgast hinzu. Dieser einigt sich mit dem Fahrer – natürlich auf usbekisch – und ich bekomme angeboten, dass wir uns den Preis „teilen“ können. Da ich keine bessere Option mehr vermute, stimme ich den 50.000 Som zu (wohlwissend, dass mein Mitfahrer ohne Ausländerzuschlag fährt). Damit ich davon nichts merke, werde ich als erster an mein Ziel gebracht. Wenigstens den Vorteil hatte es.

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